In diesem Beitrag befasse ich mich mit der Rezension der Super 8-Komplettfassung des Monumentalfilms „Die zehn Gebote“.

Filmdaten:USA, 1956, color, mono, deutsch
Originaltitel:The ten commandments
Darsteller:Charlton Heston, Yul Brynner, Anne Baxter, Edward G. Robinson u.a.
Laufzeit:ca. 220 min.
Gesamtlänge:ca. 1.350 m (Polyester – Eastman LPP)
Anzahl Spulen:1x 360 m, 1x 480 m (kl. Wickelkern), 1x 700 m (Originär: 12x 120 m)
Hersteller der Super 8-Kopie:unbekannt

Inhalt:

Als Ägyptens Pharao droht, aus Angst vor einem kommenden Erlöser alle jüdischen Kinder zu töten, vertraut eine Mutter ihr Kind in einem Körbchen den Fluten des Nils an, die eben dieses in die Arme der Tochter des Pharaos befördern. 20 Jahre später hat sich das zu Moses gemauserte Baby den Hass des Pharao-Sohnes Ramses zugezogen, kehrt zu seinem jüdischen Volk zurück und führt dieses in das Gelobte Land. Dort nimmt Moses auf dem Berg Sinai die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten entgegen. (VideoMarkt)

Super 8-Version:

Wem wir die Komplettfassung von „Die zehn Gebote“ zu verdanken haben, ist mir leider unbekannt. Veröffentlicht wurde sie auf Eastman LPP-Material. Die Original-Konfektionierung betrug 12x 120m, wobei sich die Intermission am Ende des Aktes 7 befindet.

Durch die anfängliche Verwendung einer 360er-Spule mit kleinem Wickelkern und einer “normalen 360er für die ersten beiden (neuen) Akte kann die Intermission an das Ende der zweiten Spule gestellt werden. Die restlichen Akte passen vermutlich ebenfalls auf eine 360er mit kleinem Wickelkern, aber ich habe derzeit keine zur Hand.

Das Besondere an dieser Fassung ist auf jeden Fall die Ansprache des Regisseurs selbst, bevor das alte Paramount-Logo und die deutsche Betitelung folgt.

„Die zehn Gebote“ wurde mit leichtem Balkenbild kopiert.

Bild:

Die Farben kann man durchweg als gut bis sehr gut bezeichnen, da sie nicht zu kräftig, aber auch nicht zu blass erscheinen.

Sie neigen jedoch stark ins gelblich / bräunliche, was allerdings auf die verwendete Vorlage zurückzuführen ist. Dies fällt vor allem bei der bereits erwähnten Ansprache auf, in der lediglich Gelb, Rot und Braun zu erkennen sind. Während des Filmes dominiert der Gelbton ebenfalls, wobei die Restfarben absolut erkennbar bleiben. Man gewöhnt sich aber relativ schnell daran.

Kontrast und Helligkeit wurden sehr ausgewogen gewählt, was auch eine Vorführung in Halblichtstufe ermöglicht.

Die Schärfe kann man als gut bezeichnen. Leider zeigt sie in den Tiefen oftmals ihre Schwächen.

Der Bildstand ist – abgesehen von den Original-Aktwechseln und der Betitelung – sehr gut. An den genannten Stellen neigt er zu einer leichten Unruhe, die sich aber danach sehr schnell wieder legt.

Die verwendete Vorlage war grundsätzlich in einem sehr guten Zustand. Mir sind nur wenige Stellen aufgefallen, an denen Laufstreifen, Staub und Kratzer mit einkopiert wurden.

Allerdings treten gerade an den Original-Aktwechseln für jeweils rund 10 Sekunden vermehrt Störungen auf. Die Einblendung der “Intermission”-Texttafel kann man als verregnet bezeichnen. Ansonsten ist das Bild tadellos.

Das Korn wurde ebenfalls sehr gut gewählt, was sich nur durch recht geringes Bildrauschen ausdrückt.

Ton:

Der deutsche Mono-Ton wurde laut, deutlich und synchron aufgespielt. Hie und da ist zwar etwas Rauschen zu hören, aber das stört nicht wirklich.

Der Pegel ist sehr gut. Die Kopie neigt an keiner Stelle zu Übersteuerungen.

Vom Sound her gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Der Frequenzbereich wurde ausgewogen ausgenutzt, d.h. die Mitten treten nicht unangenehm hervor. Bässe sind ebenfalls ausreichend vorhanden, so dass diese Kopie auch akustisch sehr angenehm rüberkommt.

Fazit:

Dieser Meilenstein der Filmgeschichte entfaltet sich erst richtig auf einer großen Leinwand und zieht den Zuschauer für rund 4 Stunden in seinen Bann.

Sehr angenehm ist die mitkopierte Intermission, die nach etwas mehr als 2 Stunden auftaucht und somit eine kurze Pause ermöglicht.

Aufgrund der durchweg guten bis sehr guten Bildqualität kann man diese Fassung von „Die zehn Gebote“ wirklich empfehlen.

HINWEIS:
Wie bei vielen Filmen sind auch von „Die zehn Gebote“ Umkehrkopien in Umlauf, die in der Bild- und/oder Tonqualität nicht der hier rezensierten Fassung entsprechen.

Von daher solltet ihr unbedingt im Vorfeld klären, um welche Fassung es sich handelt und wie gut die Umkehrkopie wirklich ist – gerade in Bezug auf Schärfe, Ausleuchtung und Farbe. Bei letzterem auch den Rotanteil klären, da diese Kopien – je nach Lagerung – gerne umkippen.

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Poster ist Eigentum und ©,®,™ des jeweiligen Studios
Cover ist Eigentum und ©,®,™ des jeweiligen Veröffentlichers der Super8-Fassung