In diesem Beitrag befasse ich mich mit der Rezension der Super 8-Komplettfassung des Indiana Jones-Klassikers „Jäger des verlorenen Schatzes“ (aktualisiert am 14.11.2021).

Filmdaten:USA, 1981, color, Stereo, deutsch
Logo Cinemascope
Originaltitel:Raiders of the lost ark
Darsteller:Harrison Ford, Karen Allen, Paul Freeman, Ronald Lacey u.a.
Laufzeit:ca. 115 min. (BluRay/Super8)
ca. 110 min. (DVD)
Gesamtlänge:ca. 650 m (Polyester)
Anzahl Spulen:1x 700 m (Originär: 4x 180m)
Hersteller der Super 8-Kopie:Jörg Harnischmacher / Derann

Inhalt:

Archäologe Dr. Jones führt Mitte der 30er Jahre ein geregeltes Leben als Dozent an einer Provinzuniversität, doch bisweilen zieht es ihn als „Indiana Jones“ hinaus in die Welt, um auf abenteuerlichen Reisen antike Artefakte zu suchen. Auf der Jagd nach Moses‘ biblischer Bundeslade, die sich in einer verschütteten Stadt in der Sahara befinden soll, kommt ihm allerdings kein geringerer als Adolf Hitler in die Quere. Die Nazis sind nämlich ebenfalls an der Bundeslade interessiert, verleiht diese doch ihrem Besitzer unumschränkte Macht. Für Jones beginnt ein Wettlauf gegen die
Zeit. (VideoMarkt)

Super 8-Version:

Von „Jäger des verlorenen Schatzes“ sind in der Komplettfassung scheinbar mehrere Versionen im Umlauf. Eine davon wurde von Jörg Harnischmacher auf den deutschen Markt gebracht. Die mir vorliegende Kopie würde, nach Auskunft des Vorbesitzers, von der englischen Firma Derann stammen, was andere Quellen wiederum verneinen. Daher lasse ich den Distributor mal offen stehen.

Die Kopie ist auf 4x 180m Polyestermaterial konfektioniert und startet mit einem „Wide-Screen-Stereo“-Intro, gefolgt von dem Paramount-Logo und der Betitelung. Ersteres ist übrigens der einzige Unterschied zur DVD-Version.

Bild:

Die Farben dieser Scope-Fassung präsentieren sich hervorragend, wobei sie leicht ins bläulich/grünliche neigen.

Sowohl der Kontrast, als auch die Bildhelligkeit wurden ebenfalls sehr gut angelegt. Dadurch können auch in dunklen Szenen und bei reduzierter Lichtstufe alle Details erkannt werden.

Auch Bildschärfe und –stand lassen für eine Scope-Kopie bei dem Filmfreund keine Wünsche offen und sind in der oberen Liga anzusiedeln. In der Tiefenschärfe sind wenige Schwächen zu entdecken.

Dennoch beinhaltet die mir vorliegende Kopie einen Kopierfehler im 2. Akt: für ca. 3 Minuten wurde lediglich eine Hälfte des Bildes kopiert. Die andere ist komplett weiß. Ob dies nun nur bei meiner Kopie oder bei allen auf dem Markt befindlichen passiert ist, vermag ich leider nicht zu sagen.

Die Vorlage, die zur Herstellung der Kopie verwendet wurde, war grundsätzlich in einem sehr guten Zustand. Dennoch sind hie und da kleinere einkopierte Störungen zu sehen, die aber das Filmvergnügen in keinster Weise beeinträchtigen.

Ton:

Der deutsche Stereo-Ton wurde sauber und lippensynchron aufgespielt. Auf manchen Projektoren kann er allerdings etwas zum leiern neigen.

Der Pegel wurde kräftig, aber ohne Übersteuerungen gewählt. Der benutzte Frequenzbereich des aufgespielten Stereo-Sounds kann man ohne Bedenken durchweg als sehr gut bezeichnen.

Fazit:

Der erste Teil der Indiana Jones-Tetralogie ist qualitativ der Beste. Bei „Jäger des verlorenen Schatzes“ wurde in Sachen Bild und Ton wirklich ganze Arbeit geleistet und dem Zuschauer kann ein fantastischer und rasanter Filmabend garantiert werden.

Rezensionen zu „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ und „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ sind ebenfalls vorhanden.

Nachvertonung / Synchronisation:

Bei diesem Film gibt es bei den aktuell im Handel erhältlichen Veröffentlichungen (Stand: 11/2021) leichte Unterschiede zwischen DVD und BluRay. Bildlich sind sie sich zwar gleich, aber im deutschen Tonbereich beinhaltet die DVD „nur“ die Original-Synchronisation in 2.0, während bei der BluRay noch zusätzlich eine Neusynchronisation in 5.1 zu finden ist.

Im Falle einer Nachvertonung empfehle ich natürlich aus den bekannten Gründen (siehe meine Beitragsreihe „Nachvertonung/Synchronisation…“) die BluRay. Da ich aber nichts an der originären Stereo-Tonspur auszusetzen habe, sehe ich bei mir keinen Grund für eine Nachvertonung, weshalb ich die 5.1-Tonspuren in Deutsch und Englisch lediglich zur Synchronisation mit Synkino benutze.

Sofern ihr eure aber in Stereo nachvertonen wollt, so empfehle ich die Verwendung der Originalsynchro in 2.0.

Grundsätzlich kann die digitale Version nahezu 1:1 für die Harnischmacher/Derann-Fassung verwendet werden, sofern euer Projektor einen guten Gleichlauf besitzt. Während des Films, aber vornehmlich an den Aktübergängen, können dennoch Differenzen im Einzelbildbereich auftreten, die sich dann aber auch aufaddieren könnten und beseitigt werden müssen.

Und dann ist da mal wieder mein „Soundfetischismus“:

Bei vielen digitalen Veröffentlichungen alter Filme werden die deutschen Zuschauer mit einer Stereo-/Dolby Surround-Tonspur „abgespeist“, während das englische Publikum bestes 5.1 genießen kann. Jetzt gibt es auf dieser BluRay ja immerhin auch eine deutsche 5.1-Spur, aber das ist eine Neusynchronisation, die ich persönlich furchtbar finde, obwohl Wolfgang Pampel auch hier wieder den Indiana Jones spricht.

Also lag die Überlegung nahe, die alte Synchro, die ja zumindest schon mal Stereo ist, mit den Rear-Kanälen der neuen in meinem Tonstudio zu mischen. Der Aufwand hierfür lag eigentlich in einem überschaubaren Rahmen und das Ergebnis ist mir – meiner Meinung nach – auch sehr gut gelungen. Eine 1:1-Übernahme ist zwar nicht ganz möglich, da es hie und da doch zu Differenzen kam aber schlussendlich kann ich nun die gute, alte Synchro in 5.1 genießen.

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Poster ist Eigentum und ©,®,™ des jeweiligen Studios
Cover ist Eigentum und ©,®,™ des jeweiligen Veröffentlichers der Super8-Fassung