In diesem Beitrag befasse ich mich mit der Rezension der Super 8-Komplettfassung des Monsterklassikers „King Kong und die weisse Frau“ (Originalbeitrag vom 10.09.2007, aktualisiert am 14.11.2021).

Filmdaten:USA, 1933, s/w, mono, deutsch
Originaltitel:King Kong
Darsteller:Fay Wray, Robert Armstrong, Bruce Cabot u.a.
Laufzeit:ca. 95 min.
Gesamtlänge:ca. 700 m (Acetat)
Anzahl Spulen:2x 360 m (Originär: 6x 120m)
Hersteller der Super 8-Kopie:AS Film

Inhalt:

Ein Filmteam stößt bei Dreharbeiten auf einer abgelegenen Südseeinsel auf feindselige Eingeborene und allerlei Urweltgetier, an deren Spitze der furchterregende, als Gott verehrte Riesengorilla King Kong steht. Es gelingt den Amerikanern, das Monster zu fangen und nach New York zu überführen. Dort kann sich King Kong jedoch befreien. Er kidnappt die schöne Hauptdarstellerin, in die er sich bereits auf der Insel verliebte, und zieht auf einen ausgedehnten Amoklauf, dem erst der geballte Einsatz von Militär und Luftwaffe eine tödliches Ende setzt. (VideoMarkt)

King Kong und die weiße Frau wurde vom amerikanischen Film-Institut zu einem der 50 besten Filme des 20. Jahrhunderts gewählt. Der letzte Auftritt des riesigen Affen auf dem Empire State Building in New York gehört zu den berühmtesten Filmszenen aller Zeiten.

Peter Jackson wollte Fay Wray für seine Wiederverfilmung im Jahre 2005 gewinnen, damit sie den letzten Satz sagt: “Schönheit tötete das Biest”. Sie sagte zu, verstarb aber kurz vor Beginn der Dreharbeiten.

Super 8-Version:

Die Komplettfassung von „King Kong und die weiße Frau“ wurde von verschiedenen englischen / amerikanischen Distributoren veröffentlicht. Bekannt sind mir Walton Films sowie Mountain Films. Letztere brachten den Film auch „uncut“ heraus, d.h. sie beinhaltet auch die für die TV-Fassung geschnittenen Szenen, aber dazu später. Angeblich soll es auch von Derann eine Fassung geben, die ich aber noch nie gesehen habe.

Für den deutschen Markt wurde der Titel von AS Film veröffentlicht, mit einer Bildübernahme von Walton Films. Es handelt sich hierbei um die „alte“ TV-Fassung. Allerdings sind Walton Films eh für ihre (meist leichten) Kürzungen bekannt. Näheres hierzu folgt unter „Nachvertonung/Synchronisation„.

Ich war erstaunt, wie gut „King Kong und die weiße Frau“ bei dieser Kopie für das Alter des Ausgangsmaterials rüberkommt.

Ausserdem muss man bedenken, dass die vorliegende Komplettfassung nicht digital überarbeitet ist. Ergo kann man in Bezug auf Schärfe, Graustufen, Tiefenschärfe und Kontrast nicht das erwarten, was sich heutzutage auf der DVD oder BluRay präsentiert.

Man muss bei allem, was nachfolgend erwähnt wird, immer im Hinterkopf behalten, dass das Alter der Vorlage bei der Herstellung dieser Fassung bereits über 40 Jahre betrug und das Filmmaterial bei der Entstehung dieses Klassikers auch nicht an heutigen Maßstäben messbar war.

Die mir vorliegende Fassung startet mit dem Hinweis, dass „King Kong und die weiße Frau“ so etwas wie unsere FSK durchlaufen hat und ab 16 Jahren freigegeben ist. Dass es sich um englischsprachiges Bildmaterial handelt, erkennt man spätestens an der nach der Betitelungssequenz eingeblendeten Texttafel mit „And the prohet said…“. Dass als Filmtitel nur „King Kong“ statt „King Kong und die weisse Frau“ erscheint, lasse ich mal außen vor.

Bild:

Graustufen sowie Kontrast dieser Acetatkopie sind in weiten Teilen kräftig und solide angelegt, in anderen wiederum etwas schwach, sodass gewisse Teile des Bildes verloren gehen und man das ein oder andere Geschehen erahnen muss. Dies gilt auch für Konturen der gezeigten Gesichter.

Wenn man das Alter der Vorlage zum Zeitpunkt der Kopieentstehung berücksichtigt, war sie in einem überraschend hervorragendem Zustand. Einkopierte Störungen, wie z.B. Laufstreifen, „Spratzer“ o.ä., sind mir zwar einige aufgefallen, wirken aber in Anbetracht des Alters verschmerzbar und nicht wirklich störend.

Die Bildschärfe ist bei “Normal-” und Nahaufnahmen sehr gut, in Totalen allerdings nur Durchschnitt.

Bedingt dadurch, dass vermutlich grobes Korn verwendet wurde, sind Letztere allerdings oft auch sehr krisselig.

Ton:

Der auf der einzigen Tonspur vorhandene originäre deutsche Ton der Kopie wurde nicht ganz synchron aufgespielt. Er liegt etwa 100-200 Millisekunden hinter dem Bild und neigt etwas zum verzerren, was aber auch wiederum am Alter des Films liegen kann. Er hätte ein paar Bässe vertragen können, weshalb er in einigen Passagen schrill klingt. Daher habe ich meine Kopie neu vertont (siehe „Nachvertonung/Synchronisation„). Eine Ausgleichsspur existiert nicht, was aber in Anbetracht des sowieso nur in Mono vorliegenden Tons tontechnisch nicht weiter relevant ist.

Fazit:

Wen Letzteres nicht wirklich stört. dem sei die Komplettfassung von „King Kong und die weiße Frau“ absolut empfohlen.

Dass dieser Klassiker in jede Filmsammlung gehört, brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen, oder ? 🙂

Nachvertonung/Synchronisation:

Wie Eingangs bereits erwähnt, handelt es sich bei dem vorliegenden Bildmaterial der Super8-Version von „King Kong und die weiße Frau“ um die „alte“ TV-Fassung. Hier wurden – im Gegensatz zur neuen und der DVD-Version – einige Szenen gekürzt bzw. komplett weggeschnitten (siehe Schnittberichte.com).

Als Vorlage diente die DVD-Version mit 25 Bildern pro Sekunde, da der Film als BluRay erst am 14.01.2022 erscheint. Kleine Anmerkung am Rande: besonders empfehlenswert, da diese Veröffentlichung nicht nur die (bis dahin verschollen geglaubte) Spinnen-Sequenz, sondern auch die (ebenfalls bis dahin verschollene) Erstsynchro von 1933 enthält. Bei Letzterer ist der Film zwar „nur“ 52 Minuten lang, aber es soll auch die Möglichkeit einer Mischfassung 1933/1951 geben.

Ihr könnt euch jetzt also denken, dass für die Nachvertonung die Synchrofassung von 1951 verwendet wurde.

Schnitttechnisch sind hier umfangreiche Arbeiten notwendig, da einige Differenzen in der Szenenlänge zwischen Super8- und DVD-Version vorliegen. Sehr oft sind sie in Ersterer ein paar Bilder länger (zwischen 2 und 14 Bildern). Diese können aber problemlos „aufgefüllt“ werden, wofür ihr – je nach Szene – die Sequenzen vor oder hinter dem Schnitt füllend zieht. Welche Variante verwendet werden kann, muss aber von Schnitt zu Schnitt kontrolliert werden.

Ansonsten müssen die im oben bereits genannten Link aufgeführten Szenen weggeschnitten werden.

Generell empfiehlt es sich, bei jedem Schnitt auf der/den Tonspur(en) einen Crossfade „Constant Gain“ mit 1 Sekunde Länge einzufügen, damit die Cuts homogener klingen.

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Poster ist Eigentum und ©,®,™ des jeweiligen Studios
Cover ist Eigentum und ©,®,™ des jeweiligen Veröffentlichers der Super8-Fassung