Wie das Synkino dient auch Film-O-Sync dazu, einen Projektor masterfähig zu machen, damit er ein digitales Tonsignal steuert. Es wurde originär von Zach Poff kreiert und ist in der alten Version auf dessen Website noch als Download zu finden. Allerdings hat er dieses Projekt bereits 2014 eingestellt und sozusagen als „Open Source“ zur Verfügung gestellt. Ursprünglich wurde Film-O-Sync für MacOS erstellt.
Wieso gibt es Film-O-Sync 2.0?
Da im Laufe meiner Tests eine Menge Schwachpunkte und auch Fehler aufgetaucht sind, habe ich mir die Software vorgenommen, diese Dinge beseitigt und sozusagen auf meine Bedürfnisse angepasst. Allerdings läuft Film-O-Sync 2.0 jetzt nur noch unter Windows ab Version 10. Es gibt eine deutsche und eine englische Version. Optisch habe ich nicht besonders viel verändert. Ich habe mich mehr um den Funktionsumfang, Genauigkeit und Stabilität gekümmert. Je nachdem, welche Ansprüche ihr habt, gibt es jetzt 2 verschiedene Versionen: Lite und Pro. Auf die Unterschiede gehe ich weiter unten ein.
Die Downloads für Film-O-Sync 2.0 findet ihr am Ende dieser Seite.
Selbstverständlich war, ist und bleibt die Software kostenlos. Wer möchte, darf aber gerne etwas an mich spenden. Da ich Privatmann bin, kann ich jedoch keine Spendenquittungen o.ä. ausstellen.
Da die Oberfläche, auf der Film-O-Sync basiert, kostenpflichtig als Abo ist und es nur einen einzigen Testmonat gibt, wird es vermutlich keine neueren Versionen mehr geben. Etwaige Wünsche können somit nicht umgesetzt werden. Auch ist nach wie vor ein manueller Start des Tonsignals notwendig.
Was macht Film-O-Sync 2.0?
Film-O-Sync ermittelt aufgrund von Impulsen die Geschwindigkeit des Projektors und passt die digital abgespielte Audio-Datei daran an. Es funktioniert eigentlich mit sämtlichen Filmformaten. Ich nutze es hauptsächlich mit 16mm, aber auch als „Ausfallsicherheit“ für Super8.
Hierfür sind – je nach Projektormodell – eventuell kleinere Umbauten notwendig. Wie ich es bei meinen Bauer 16mm-Modellen gemacht habe, erkläre ich etwas weiter unten. Zach Poff zeigt hier, wie er es im Innern seines Elmo 16 CL realisiert hat. Kostenmäßig liegt das erforderliche Material unter 10 Euro.
Was ist neu oder anders bei Film-O-Sync 2.0?
- Windows-Version (lauffähig ab Windows 10)
- Es gibt eine deutsche und eine englische Version
- Unterstützung von Projektoren, die schneller als 25,0 fps laufen
- Korrekte Berechnung der Wiedergabegeschwindigkeit
- 23,976 fps als Bildrate jetzt direkt auswählbar
- Audiokorrektur solange die jeweilige Taste gedrückt wird
- Anzeige der Restlaufzeit
- Berechnung der gespielten Meter (nicht mehr Fuß) anhand erkannter Frames
- Tonhöhenkorrektur, wenn die Framerate von Projektor und Audio-Datei nicht übereinstimmt. Dadurch wird Leiern verhindert und Stimmen/Musik nicht in ihrer Tonhöhe verändert (z.B. kein „Micky Maus Effekt“). Aber es gibt die beiden Versionen auch ohne diese.
- Unterstützung von OGG-, WAV-, FLAC- und MP3-Dateien
- Eingebauter Kino-Gong
- Bei Pro: Unterstützung von Mehrkanal-Dateien (4.0/5.1)
- Bei Pro: Auswahl der Anzahl der Wiedergabekanäle möglich (Stereo/4.0/5.1)
- Bei Pro: komplett neuer Wiedergabeweg
- Bei Pro: Overture-Player (wenn der Film Overtüre, Intermission usw. hat)
Welche Dateiformate werden von Film-O-Sync 2.0 abgespielt?
Unkomprimierte Dateiformate: *.AIFF, *.FLAC, *.r64, *.WAV
Komprimierte Dateiformate: *.mp3, *.ogg
Abgesehen von MP3 können alle Formate sowohl in Stereo, als auch in 4.0 und 5.1 verwendet werden, sofern ihr eine ASIO-Soundkarte mit mindestens 6 Ausgangskanälen und eine entsprechende Anlage verwendet. Wie das funktioniert und auf was ihr achten müsst, erkläre ich weiter unten.
Die Dateien sollten in 48 kHz vorliegen. Ich arbeite ausnahmslos mit dem OGG-Format, weil es die beste Alternative zwischen Sound und Speicherbedarf darstellt.
Wie stelle ich die Audiodateien zum Synchronisieren her?
Vom Grundsatz her könnt ihr die benötigten Audio-Dateien entsprechend meiner Beitragsreihe „Nachvertonung / Synchronisation…“ erstellen. Folgt hierbei den Anweisungen für masterfähige Projektoren und den genannten Schritten für Synkino. Die Reihe wird auch demnächst um die Vorgehensweise für mehrkanalige OGG-Dateien ergänzt.
Zum Konvertieren der hiermit aus Adobe Premiere heraus erstellten AAC-, AC3- oder WAV-Dateien findet ihr am Ende dieser Seite unter „Downloads“ meine Sammlung von Batch-Skripten für FFMPEG. Hiermit werden diese automatisch so erstellt, wie sie Film-O-Sync 2.0 braucht. FFMPEG selbst ist hierin jedoch nicht enthalten. Das Programm bekommt ihr hier…
Wichtig ist hierbei nur, dass sowohl die jeweilige Batch-Datei, als auch die FFMPEG.exe in dem Verzeichnis liegen, in dem auch eure zu konvertierenden Dateien sind.
Welche Versionen gibt es und was sind die Unterschiede?
Da jeder andere Ansprüche hegt, habe ich mich zu 2 Grund-Versionen entschlossen: Lite und Pro. Jede hat ihre Vor- und Nachteile. Ihr könnt selbst entscheiden, welche Variante für euch die Richtige ist. Optisch unterscheiden sie sich nur geringfügig. Die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Funktionsweise im Hintergrund.
Von beiden gibt es sowohl eine deutsche, als auch eine englische Version.
Sowohl Lite, als auch Pro haben eine eingebaute Tonhöhenkorrektur, die verhindert, dass der Ton tiefer oder höher klingt, als man gewöhnt ist. Hat man beispielsweise als Vorlage eine DVD, die mit 25 Bildern pro Sekunde läuft, ist die Differenz zu einem Projektor mit 24 bei 4%. Das klingt zunächst nicht viel, aber musikalisch ist es ein Halbton Unterschied. Dies wird durch die genannte Korrektur ausgeglichen. Allerdings kann es manchmal Situationen geben, in denen man sie nicht brauchen kann. Daher gibt es auch Versionen mit und ohne Tonhöhenkorrektur. Ohne kann es jedoch zu hörbarem Leiern kommen.
Auf dem Steuerbildschirm beider Versionen findet ihr einen eingebauten Kino-Gong, den ihr entweder durch Anklicken oder mit der Ziffer 9 abspielen könnt.
Film-O-Sync 2.0 Lite
Für diejenigen, die sowieso „nur“ mit Stereo-Dateien arbeiten und eine möglichst „schlanke“, einfach zu bedienende Software möchten, gibt es die Lite-Version. Hierin sind alle Funktionen enthalten, die man für eine Synchronisation in Stereo benötigt. Einen sogenannten Downmix von Mehrkanal-Dateien auf Stereo besitzt sie allerdings nicht.
Film-O-Sync 2.0 Pro
Wer aber so bekloppt ist, wie ich und eine bestmögliche Wiedergabe in 4.0 oder 5.1 möchte, der greift zur Pro-Version. Um dies zu ermöglichen, war ein komplett neuer Wiedergabeweg im Hintergrund notwendig. Zur Ausnutzung der vollen Funktionalität sind allerdings einige Dinge gerade im Bereich der Vorarbeiten unbedingt zu beachten. Diese erkläre ich aber genau in der Bedienungsanleitung, die zum einen hier zum Download zur Verfügung steht, aber auch in der Software integriert ist.
Als kleiner Gimmick ist in der Pro-Version der sogenannte „Overture-Player“ enthalten, um Filme, die Ouvertüre, Intermission, Entr’acte und/oder End-Music enthalten, aus einer Software heraus abspielen zu können.
Wie werden die Impulse für Film-O-Sync erzeugt?
Die von der Software benötigten Impulse werden anhand von 2 Neodym-Magneten und einer Magnetspule erzeugt. Erstere müssen sich dabei auf einem Teil befinden, das sich einmal pro Bild komplett dreht. Somit wird dabei durch die drehende Bewegung des Teils und der gegensätzlichen Polung der beiden gegenüberliegenden Magnete – also einmal positive Seite und einmal negative – mithilfe der Magnetspule, die sich nicht bewegt, eine Kurve erzeugt. Das Signal wird dann in den Mikrofoneingang eurer Soundkarte geleitet, wodurch Film-O-Sync anhand der Umdrehungen die Bildrate für euren Projektor ermittelt. Allerdings kann es sein, dass die ein oder andere Soundkarte den erforderlichen Pegel am Mikrofoneingang nicht liefert. Da hilft leider nur Ausprobieren.
Kombibuchsen, die Mikrofon und Lautsprecher in einem 3,5mm-Klinkenstecker benutzen, können durchaus verwendet werden, wenn ihr genug Lötfertigkeiten besitzt, um ein entsprechendes Kabel selbst herzustellen.
Benötigtes Material:
Wie schon erwähnt, liegen die eigentlichen Materialkosten unter 10 Euro.
Als Magnetspule dient bei mir eine mit Außendurchmesser: 17mm / Innendurchmesser: 8mm / Dicke 5,5mm / 215 Windungen / 0,3mm-Cu-Lackdraht / Widerstand ca. 3 Ohm (Beispiel), Einzelpreis ca. 1 Euro.
Diese stecke ich auf einen Magnetspulenkern aus Weicheisen (Dicke=8mm / Länge=25mm) (Beispiel), der im 10er Pack etwa 2 Euro kostet.
Für den Anschluss der Magnetspule sollte ein abgeschirmtes Kabel verwendet werden, um Störeinstreuungen von außen zu vermeiden – ist aber keine Pflicht. Ich habe ein entsprechendes Cinch-Kabel verwendet. Da ich nicht besonders gut löten kann, habe ich mich der Einfachheit halber für eine Befestigung mit Kabelschuhen entschieden.
Schlussendlich braucht man noch 2 kleine Neodym-Magnete (Größe 5x2mm), die ich – Asche auf mein Haupt – bei Temu für rund 2 Euro für 100 Stück bestellt hatte (Beispiel). Diese werden, wie schon erwähnt, einmal mit der +-Seite und einmal mit der –Seite auf einem sich pro Bild einmal komplett drehendem Teil angebracht.
Weil es sich schon beim Synkino bewährt hat und ich keine Lust auf Einbauten im Innern habe, wurden die Neodym-Magneten am Handrad meines Bauer P8 TS per Montage- oder Sekundenkleber befestigt.
Von einem anderen Bastelprojekt hatte ich noch einen Schwanenhals mit Kugelkopf (Beispiel). Hierfür habe ich mir mit dem 3D-Drucker eine Halterung für Spulenkern und Spule gedruckt, die ich am Projektortisch befestige. Diese Druckdatei findet ihr ebenfalls bei den Downloads am Ende der Seite.
Zach Poff, der eigentliche Entwickler, hat das Ganze in seinen Elmo 16 CL eingebaut. Seine Einbauanleitung findet ihr hier auf seiner Website.
Was brauche ich für eine Wiedergabe in 4.0 oder 5.1?
Für die Wiedergabe von Mehrkanal-Dateien braucht ihr eine ASIO-fähige Soundkarte mit mindestens 6 Ausgangskanälen. Ich benutze beispielsweise eine (alte) Native Instruments Audio 8 DJ.
Da diese meistens Pärchen als Ausgang benutzen, sind diese wie folgt anzuschließen:
Kanal 1 & 2: Front Links / Front Rechts
Kanal 3 & 4: Rear/Surround Links / Rear/Surrond Rechts
Kanal 5 & 6: Center / LFE
Euer 5.1-Verstärker sollte dementsprechend je Kanal analoge Eingänge (z.B. Cinch) besitzen. Diese Reihenfolge wurde mit Absicht so gewählt, damit auch im Bedarfsfall „nur“ eine 4.0-Wiedergabe, also nur Front und Rear, realisiert werden kann. Das bedeutet aber auch, dass ihr nicht auf einen einzigen 5.1-Verstärker angewiesen seid, sondern genauso gut 2 oder 3 Stereo-Verstärker an die jeweiligen Kanalpärchen anschließen könnt.
Mit welchen Dateiformaten ist bei Film-O-Sync Pro eine 4.0- oder 5.1-Wiedergabe möglich?
Kurz und knapp vorweg: mit allen genannten!
Natürlich werden jetzt einige sagen, dass mp3 keine mehrkanaligen Formate unterstützt. Das stimmt auch. Allerdings spielt Film-O-Sync 2.0 nicht eine einzige, mehrkanalige Datei, sondern bis zu 3 Stereo-Dateien mit entsprechendem Inhalt. Der Grund liegt darin, dass der Hersteller der Programmierplattform des Programms Geld bei der Lizensierung des Timestretching (Tonhöhenkorrektur) gespart hat, wodurch zwar in der kostenpflichtigen Abo-Version eine Mehrkanal-Wiedergabe möglich ist, aber nach der Herstellung einer Standalone-Version nur noch Stereo funktioniert. Also habe ich einen Workflow entwickelt, der es trotzdem ermöglicht: es werden parallel 3 Stereoplayer mit Front, Rear sowie Center/LFE „gefüttert“ und gesteuert.
Da die Player im Hintergrund automatisch mit den entsprechenden Dateien geladen werden, ist es wichtig, dass die jeweiligen Endungen der Dateinamen korrekt sind.
Bei 5.1: xxx_1front.xxx / xxx_2rear.xxx / xxx_3center_lfe.xxx
Bei 4.0: xxx_1front.xxx / xxx_2rear.xxx
Um die Sache für euch nicht unnötig kompliziert zu machen, gibt es hier unter den Downloads die entsprechenden Konvertierungsskripte für FFMPEG als Batch-Stapelverarbeitungs-Dateien. FFMPEG an sich ist in den Downloads allerdings nicht enthalten. Das Programm bekommt ihr hier…
Wie funktioniert die Wiedergabe mit Film-O-Sync 2.0?
Sowohl die Einrichtung, als auch die Wiedergabe ist in der Bedienungsanleitung, die es zum einen hier als Download gibt, aber auch in den jeweiligen Versionen integriert ist, genau beschrieben.
Downloads:
Hier findet ihr die im Beitrag bereits erwähnten Downloads. Die alte Mac-Version von Film-O-Sync findet ihr auf der Website von Zach Poff. Bitte beachtet, dass ich für diese Version der Software keinen Support bieten kann.
Film-O-Sync 2.0 (Deutsch)
Film-O-Sync 2.0 (English)
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